Hans Bieri
← Zurück zum Blog

Aktuelles

Wem das Gott wüsste – der Sinn des Lebens neu entdeckt

Wem das Gott wüsste – der Sinn des Lebens neu entdeckt. Foto zu Hans Bieri, Autobiografie Ruf vom Himmel.

Es gibt eine Frage, die sich Hans Bieri durch sein ganzes Leben gezogen hat – als Verdingbub, als Berufspilot, als Mensch auf der Suche. Nicht die Frage nach Erfolg oder Sicherheit. Die Frage, ob hinter allem ein Gott steht, der ihn kennt. Wer diese Frage einmal wirklich stellt, sieht das Leben nie mehr gleich.

Ein Leben auf der Suche – ohne es zu wissen

Die meisten Menschen leben, ohne sich diese Frage bewusst zu stellen. Man arbeitet, man liebt, man trägt Verluste. Doch irgendwann, oft in einer stillen oder schweren Stunde, taucht sie auf: Ist das alles? Gibt es jemanden, der das hier mit mir sieht?

Hans Bieri kennt diese Stunden. In seiner Autobiografie «Ruf vom Himmel» beschreibt er einen Lebensweg, der äusserlich von Höhen und Tiefen geprägt ist – von der Härte der Verdingkindzeit über die Disziplin des Berufspiloten bis hin zu Momenten, in denen die Frage nach Gott nicht mehr zu umgehen war. Was er dabei erkannt hat, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Das Leben ist auf Gott hin angelegt.

Die Mitte, die alles zusammenhält

Man kann ein Leben aufbauen auf vielem: auf Fleiss, auf Talent, auf Beziehungen. Und doch bleibt ein Raum leer, den nichts davon ausfüllt. Nicht weil man zu wenig hat – sondern weil die Mitte fehlt.

Dieser Gedanke zieht sich durch Hans Bieris Lebensgeschichte wie ein stiller Faden. Solange Gott nicht gefunden ist, dreht sich das Leben um sich selbst. Es kann trotzdem gelingen im äusseren Sinn – aber es fehlt ihm die Tiefe, die nur entsteht, wenn ein Mensch weiss, dass er gesehen wird. Von jemandem, der grösser ist als alle Umstände.

Gott zu finden bedeutet für Hans Bieri nicht, eine Religion anzunehmen oder einer Gemeinschaft beizutreten. Es bedeutet, in eine Beziehung einzutreten. Mit ihm zu reden. Ihn als Herrn anzuerkennen – nicht als Unterwerfung, sondern als Heimkommen.

Mit Gott reden – eine unterschätzte Wirklichkeit

Das Gebet hat in der modernen Schweiz keinen leichten Stand. Es klingt nach Vergangenheit, nach Pflicht, nach Kirche. Dabei ist es im Kern etwas zutiefst Menschliches: das Gespräch mit jemandem, dem man vertraut.

Hans Bieri beschreibt in «Ruf vom Himmel», wie dieses Reden mit Gott sein Leben verändert hat. Nicht dramatisch von einem Tag auf den anderen – aber grundlegend. Wer anfängt, mit Gott zu reden, hört auf, allein zu sein. Und wer aufhört, allein zu sein, sieht auch die Dinge um sich anders.

Das ist keine fromme Behauptung. Es ist die Erfahrung eines Mannes, der gelernt hat, mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen – und trotzdem zu glauben, dass der Boden getragen wird.

Der Sinn des Lebens – nicht am Ende, sondern jetzt

Wem das Gott wüsste. Der Titel ist Frage und Aussage zugleich. Er klingt nach Sehnsucht – nach dem Wunsch, dass jemand sieht, was man trägt. Und genau das ist der Kern: Der Mensch ist nicht für sich selbst geschaffen. Er ist geschaffen für eine Beziehung, die ihn übersteigt.

Solange diese Beziehung fehlt, kann ein Leben nicht wirklich gut sein – nicht im tiefsten Sinn. Es kann angenehm sein, erfolgreich, auch glücklich. Aber es bleibt ohne Anker. Ohne den Grund, der trägt, wenn alles andere schwankt.

Hans Bieri schreibt nicht als Prediger. Er schreibt als Zeuge – jemand, der den langen Weg gegangen ist und ihn ehrlich beschreibt. Und wer seine Geschichte liest, findet darin nicht eine Aufforderung zum Glauben, sondern eine Einladung: nachzuschauen, ob da nicht auch im eigenen Leben ein Ruf zu hören ist.

«Ruf vom Himmel» ist die Autobiografie eines Mannes, der das Leben nicht geschönt hat – und der trotzdem, oder gerade deshalb, zu einer tiefen Gewissheit gelangt ist. Hans Bieri erzählt, wie Gott nicht am Rand seines Lebens stand, sondern in seiner Mitte. Wer das Buch liest, legt es mit einer Frage aus der Hand – und vielleicht auch mit einer leisen Ahnung, dass diese Frage schon lange auf eine Antwort wartet.